Von Vaasa nach Helsinki

In Vaasa haben wir ja wegen Sturmes am 17. 07. einen Hafentag eingelegt, können nachmittags den Ort mit Fahrrädern besuchen, kaufen Lebensmittel und sind dann nachmittags zurück an Bord . Im Hafen liegt neben uns ein weiterer Deutscher mit einer größeren Jacht, Tiefgang 2,80 m, die uns beneiden, daß wir mit unserem Boot, Tiefgang 1,0 m durch die inneren Schären mit Fahrwegen teilweise 1,50 m Tiefe, aber dafür eine sehr viel schönere Landschaft segeln können.

Am nächsten Morgen geht es dann endlich weiter bei strahlender Sonne und Westwind. Wir legen, nach einem entspannten Segeltag abends an der Insel Gäskallan in einem winzigen Hafen (Harald hatte mal wieder den Schönsten ausgesucht) an und machen dort fest. Außer uns liegen dort drei Segelboote und zwei Motorboote. Mehr passt auch nicht rein. Wir werden sofort ganz herzlich und freundlich begrüßt (die Finnen scheinen sich zu freuen, wenn auch mal Nichteinheimische ihr Revier erkunden) und man macht uns auf eine Sauna aufmerksam, 50 m vom Steg entfernt, eine alte Holzhütte, ca 200 Jahre alt und mit Holz befeuert. Die Finnen trennen Saunabesuche in weibliche, männliche und Familienbesuche. Man sagt uns Bescheid als sie dann frei ist und wir natürlich gleich rein. Sehr urig und tatsächlich uralt. Als Toilette gibts ein Plumsklo, aber sehr sauber und kein Mief. Die streuen nach dem Toilettengang einfach etwas Torfmulch auf das, was man dort hinterlässt und das hilft sehr gut. Das Gleiche haben wir danach in etlichen vergleichbaren Toiletten wiedergefunden.

Der nächste Tag ist mal endlich wieder ein Blistertag. Wind aus Nordwest 4-5 bft bei schönem Wetter sodaß wir nachmittags nach 42 sm einen kleinen aber leeren Hafen Kummelgrund anlaufen und dort festmachen. Ein kurz vor uns angekommener Segler hilft uns beim Anlegen. Er ist aus einer anderen Richtung gekommen und klagt über seiner Aussen border, vor allem aber über die dazugehörige Aufhängung. Man konnte sehen, er war wohl mal irgendwo gegen gefahren, die Aufhängung war total verbogen, der Motor hing schief. Keine gute Auslage. Harald hat ihm angeboten, bei der Reparatur zu helfen. Der Finne war ganz glücklich. Allerdings dauerte die ganze Aktion fast drei Stunden. Ausbauen, zerlegen, alles gerade biegen, zusammenbauen und wieder anbauen. Jedenfalls ist der Betroffene sehr zufrieden und kann seine Tour am nächsten Morgen fortsetzen.

SSC_1020

Ab Kummelgrund geht es dann am 20.07. bei NW 3-5 weiter bis nach Reesposaren, ein historischer Hafen und Ankerplatz aus den Zeiten der Großsegler und Hafen von Pori. Wenn man Bilder von früher sieht und jetzt den Hafen denkt man schon an die schönen alten Zeiten zurück. Auf der Fahrt dorthin haben wir ein besonderes Erlebnis. Wir sehen das erste Mal auf einer Insel oder sehr großen Schäre Kühe. Das haben wir bisher noch nicht mal auf dem Festland gesehen Unglaublich aber wahr!!!!!!!

SSC_1022

Nächster Stop ist nach wieder 42 sm ein kleiner Hafen Ristkari vor der Insel Pujo. Wind kommt günstig aus NW mit 3-4 bft, also Blisterwetter, der Himmel ist leicht bewölkt. Dieser Törn geht durch die inneren Schärengebiete und Harald sagt schon voraus, „Hier wirds eng“. Wunderschöne Landschaft mit so eng gelegenen kleinen oder größeren Schären, überall nette Häuser oder Hütten, viele bewohnt, von vielen wird gewunken, Fahrstrecken gut betonnt aber die engste Stelle ist geschätzt höchstens 10 m breit, das alles ohne Motor nur unter Blister. So hoch am Wind habe ich für ganz kurze Strecken noch nie einen Blister gefahren. Daneben natürlich immer wieder Finen mit ihren Motorbooten.

SSC_1021

Mit Blister geht es morgens weiter, allerdings Wind nur 2-3 bft. Auch mal schön. Abends laufen wir den Hafen Lootholm an.

Am nächsten Tag geht es mal ohne Wind unter Motor bis nach Turku, wieder durch Schären. Dort treffen wir wieder den Hamburger mit seiner Frau aus Vaasa. Kleiner Klönschnack bei einem netten Bierchen. Die wollen in zwei Wochen zuhause sein. Turku ist ein belebter Hafen mit vielen Freizeitangeboten. Ein Rockfestival in einem Trockendock mit lauten zubringer Booten. Dann fuhr eine grosse Badewanne an uns vorbei mit einen Ofen um das Wasser zu beheizen. In der Badewanne waren schöne Badenixen alle in knappen Bikini und Longdrinks in der Hand ,das war schon eine Augenweite.

So lebten sie vor 200 Jahren

Und so Heute

Von Turku geht es, da wir erst nachmittags starten zu einem 17 sm nahegelegenen Hafen Aristo Marina in der Nähe von Paraninen. Das Schären Gebiet hier ist schon einmalig.

Ihr merkt schon, im Moment passiert nichts besonders spektakuläres, sodaß die Berichte nicht so spannend sind, aber es wiederholt sich halt sehr vieles und die Ideen über nichts spektakuläres zu schreiben lassen im Moment etwas nach. Die Stimmung an Bord ist aber gut.

Das nächste Ziel ist Hanko, vormittags mit einigermaßen Wind, nachmittags mal wieder Motortag. In Hanko fassen wir den Beschluss vor dem Besuch von Helsinki einen Abstecher nach Tallin zu machen.

Von Hanko fahren wir Richtung Helsinki, machen auf dem halben Weg nach 36 sm an einen Anlegesteg an der Insel Bägaskaer fest. Dort scheint ein Ausbildungszentrum für Seenotrettungsdienst zu sein.

Dann gehts am nächsten Morgen auf Richtung Tallin. Nach einer Motorstunde frischt der Wind auf, geht sogar teilweise auf 5 bft, wir kommen sehr gut voran, leider ab Mittag mit Dauerregen. Wir passieren auf dem Weg zwei Fährstrecken. Die Fähren erze.ugen bei der Geschwindigkeit, die sie fahren eine sehr starke Welle, die uns meistens parallel begleitet. Unangenehm zufahren. Nachmittags machen wir im ehemaligen Olympiahafen fest, die Sonne kommt raus und wir haben 43 sm hinter uns. Am nächsten Tag wollen wir in Tallin bleiben und die Stadt besichtigen

Tallin ist einfach eine wunderschöne Stadt mit vielen alten Gassen, alten Häusern und noch älteren Kirchen, die wir natürlich fast alle besichtigt haben. Tallin ist eine Reise wert.

Von Tallin geht es dann weiter nach Helsinki. Wir steuern einen, uns von einem Finnen in Haparanda empfohlenen Hafen 5 sm vor Helsinki an. Dort sind die Preise für Hafengebühr nicht so hoch wie in Helsinki direkt. Und richtig, wir landen in einem große Yachthafen mit dem Namen Espoo, werden dort vom President persönlich begrüßt, bekommen einen hübschen Liegeplatz zugewiesen und zahlen dort pro Nacht sage und schreibe 10,- Euro all inclusive.

Hier werden wir 5 Nächte liegenbleiben, am 02.08.kommt Haralds Frau zu uns.

Aber darüber berichte ich beim nächsten Mal.

 

LG

Norbert

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s