Alands

 

Morgens hat sich der Nebel verzogen und es geht weiter, zu einem kleinen in der Nähe liegenden Hafen. Dort können wir unsere Benzinkanister auftanken. Kurz nach Weiterfahrt können wir die Segel hochziehen und fahren unter Vollzeug bei raumem, tollem Wind Richtung Arlands mit dem Ziel Mariehamn. Wir kommen um 20:30 Uhr, Ortszeit 21:30 an, finden einen schönen Hafen in der Nähe der Stadt und haben 51 sm zurückgelegt. Nachts kommt Sturm und Regen auf sodaß unser Boot ganz ordentlich ins Schaukeln kommt und gegen den Steg drückt. Aber die Fender können den Druck ganz gut abfangen. Am nächsten Morgen verholen wir das Boot auf die gegenüberliegende Seite des Steges, sodaß unser Boot durch den Wind vom Steg abgedrückt wird. Es regnet ohne Ende und wir beschliessen, noch einen weiteren Tag im Hafen liegenzubleiben. Abends gehen wir in eine nahgelegene Pizzeria. Die Preise für die Pizzen liegen fast gleich wie bei uns zuhause, dafür liegt der Preis für ein Bier über doppelt so hoch.


Von Mariehamn fahren wir am nächsten Tag mittags bei strahlender Sonne los, können endlich mal wieder unseren Blister (Segel) ziehen und fahren durch die Schärenlandschft der Arlands bis zu einem Hafen mit dem Namen Kastelholm. Ein wunderbarer kleiner Hafen mit tollen sanitären Anlagen, zu denen auch eine Sauna gehört, die natürlich gleich genutzt wird. Danach grillen wir und beobachten bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang. Um 23:00 Uhr ist es immer noch hell. Am nächsten vormittag besichtigen wir noch die einzige mittelalterliche Burg auf den Arlands und ein Musemunsdorf, beides direkt in der Nähe vom Hafen.


Am 20.06. legen wir mittags bei strahlender Sonne ab. Dieser Hafen bleibt in guter Erinnerung. Der Wind kommt aus Süden und bleibt beständig bei 3 – 4 bft, wir haben mal wieder einen herrlichen Segeltag. Nach 27 sm legen wir nachmittags in Harmsundet an.
Der nächste Tag beginnt für uns am späten Vormittag. Nach dem Frühstück legen wir kurz vor Mittag ab und segeln bei bedecktem Himmel mit 3 – 4 Windstärken halbem Wind bis nach „Hallö Fimö“, dort soll es einen Anlegesteg geben, in der Nähe ein Cafe, unsere Frauen haben Sehnsucht nach einem Cappuchino. Aber leider mal wieder Fehlanzeige, die Saison ist noch!!!! nicht eröffnet. Also bleiben wir an Bord und trinken dort einen Kaffee. Abends haben wir bis Mitternacht zusammengesessen und uns über alte Zeiten und dies und das unterhalten. Es wird nachts nicht mehr dunkel.
Dienstags den 22. 06. haben wir mal wieder ausgeschlafen und sind mittags bei leichtem Wind aus Nord mal motort, auch mal gesegelt. Aber immerhin zeigt sich strahlende Sonne und Super Temperaturen bei ca. 20 – 25 Grad, sodass man sogar mal endlich kurze Hose tragen kann. Ich hab leider keine kurze Hose mit, aber ein bisschen Phanatasie. Also lange Hose her, Schere her, schnipp schnapp und eine Bermuda Short ist fertig. Wir kommen im nächsten Hafen Käringsund am späten Nachmittag an. Sehr schöner kleiner Hafen, in dem schon drei weitere deutsche Segler liegen, gehen abends in einem Fischrestaurant essen, lecker Rotbarschfilet mit frischen Kartoffeln und Salat und geniessen den Rest des Abends an Bord.
Morgens geht es bei zuanfangs wenig Wind los aber nach einer Stunde motoren können wir die Segel setzen und fahren Richtung Öregrund. Mittags bildet sich plötzlich ohne erkennbare Gründe eine dicke fette Nebelwand, die uns völlig umhüllt. Wir fahren nur noch nach dem Kartenplotter. Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei und die Sicht wird wieder gut. Wir kommen um halb sechs in Öregrund an. Ein netter, quirliger Hafen, mit vielen Restaurants und kleinen Geschäften, die Hafenmeisterin weist und einen bestimmten Liegeplatz an, weil, wie sie sagt: „Morgen wird es hier brechend voll“. Morgen ist nämlich einer der größten Feiertage der Skandinavier, der Mittsommernachtstag. Feiern bis zum geht nicht mehr.
Aber es geht am nächsten Morgen weiter. Anfangs mit leichtem Nieselregen,aber bald lacht die Sonne und wir können segeln. Zielrichtung ist ein kleiner Hafen „Skihjölma“ . Nach der Seekarte gibt es eine Abkürzung durch eine enge und auch flache Fahrrinne durch zwei Schären, Tiefgang max. 1,50 m. Das ist mal wieder Schärenerlebnis pur. Mit langsamer Fahrt unter Motor sind wir da durchgeschlichen. Rechts und links direkt neben den Fahrrinnentonnen große Steine, mal einige Zentimeter unterhalb, mal einige Zentimer oberhalb des Wasserspiegels. Breite der Fahrrinne ca. 8m. Breite unseres Bootes 4,10m. In der Hochsaison müssten dort eigentlich Ampelanlagen aufgebaut werden. Aber alles läuft gut dank einem guten Navigator nämlich Harald.

SSC_0875

Danach geht es weiter noch ca. 10 sm bis zum Ziel. Dort angekommen mal wieder ein ganz kleiner aber supergeschützter alter Fischerhafen mit hübschen typischen Holzhäusern fast alle in der Farbe Ochsenblut mit weißen Absätzen. Alle Häuser sind von einheimischen Familien mit vielen fröhlichen Kindern bewohnt, es fahren kleine Motorboote mit Erwachsenen und Kindern durch den Hafen, auf einem Motorboot mit sechs Erwachsenen drauf wird sogar getanzt. Es ist halt Mittsommernachtstag. Aber in diesem Fall eben keine Großveranstaltung sondern in enger Runde. Da das Wetter so schön ist beschließen wir auch den nächsten Tag hier zu bleiben. Abends grillen wir, die Schweden machen überall kleine Lagerfeuer. Am nächsten Tag schlafen wir aus, nach dem Frühstück soll eine kleine Wanderung bis zum nächsten Ort ( für mich schreckliche 10 km hin und 10 wieder zurück, ich bin nämlich kein Wanderer, ich musste schon in Stockholm genug leiden ) stattfinden. Ich bin trotzdem bereit mitzulaufen, breche aber nach drei Kilometern ab, meine liebe Kirsten erklärt sich solidarisch, obwohl sie eigentlich sehr gerne läuft und Harald und Sabine kommen nach vier Stunden leicht erschöpft aber glücklich zurück.

Die Sonne scheint und lädt uns ein, in der Ostsee zu schwimmen. Ein herrliche Abkühlung.
Morgens fahren wir am späten Vormittag weiter, können bei 4 Windstärken bei halbem Wind gut segeln, haben aber leider mal wieder eine ordentliche Welle, sodass Sabine gegen ihre Seekrankheit kämpfen muss. Aber auch das übersteht sie ohne Probleme. Als wir in die Nähe der Küste kommen verliert die Welle ihre Kraft und das Boot verhält sich dementsprechend ruhiger. Wir machen nachmittags in dem Hafen Fliskär in Gaevle fest. Dort wollen uns unsere beiden Frauen am nächsten Tag leider verlassen und die Heimreise entreten. Schade, schade!!!!!!!!!!!!. Wir wollen abends noch in die Stadt laufen und dort in einem Restaurant den Abschied feiern. Nach der halben Streck zum Ort Gaevle (ca. 3,5 km ) beginnt es zu regnen und hört auch nicht wieder auf. Wir steuern ein Chinarestaurant an und sind glücklich im Trocknen zu sitzen und genießen das Abendessen. Leider regnet es auch noch danach weiter und bevor wir nochmals nass werden ,wollen wir kurzerhand ein Taxi nehmen. Der Taxifahrer ist ein südeuropäischer Schwede, dem wir unser Ziel, nämlich unserern Hafen Fliskär in englischer Sprache mitteilen. Er nickt und wir fahren los. Nach 10 min sagt Harald: wir fahren in eine falsche Richtung. Ich frage ihn in Englisch, ob er das Ziel verstanden habe, daraufhin nimmt er sein Smartphone, ruft irgendeine Zentrale an und unterhält sich in südeuropäischer Sprache. Danach fährt er rechts ran, wendet und kehrt zurück. Nach einer halben Stunde kommen wir zwar trocken an aber wir fühlen uns leicht verarscht (tschuldigung). Die Fahrt für 3,5 km kostet uns 49,- Euro. An Bord gibst noch einen Absacker, danach ist Ruhe.
Tja und nun der Abschied. Die Mädels packen morgens ihre Koffer, sie wollen mittags mit einem Linienbus nach Gaevle ( hätten wir man gestern auch nehmen sollen) und von dort mit den Zug zum Flughafen Arlands Stockholm . Harald und ich bringen unsere Frauen mit den Koffern zur Bushaltestelle und ich dann „heul heul“, aber wir sehen uns ja in drei Monaten wieder.
LG
Norbert

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Eine Antwort zu Alands

  1. Manfred Schlott schreibt:

    Hallo Ihr Weltenbummler,
    genießt die Alands und die langen Sommernächte!
    Gruß von der Auriga-Crew

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