Die letzte Etappe

In Holtenau brauchen wir nicht lange warten und fahren mit zwei Sportbooten und drei Frachtern um 14:00 Uhr in die Schleuse. Im Kanal darf man nur motoren oder höchstens bei gutem Wind die Fock dazu setzen. Passt bei uns nicht, wir haben Wind von vorn. Kanalfahren hat immer zwei Seiten, die gute ist, man hat viel zu sehen, in diesem Fall sind wir sogar mal von einem U-Boot überholt worden, die schlechte ist, es ist trotzdem irgendwann langweilig. Um halb neun erreichen wir den Anlegesteg Gieselau und machen dort fest. Am nächsten Vormittag ist Boot putzen angesagt, klappt auch wunderbar, jeder weiß, was er zu tun hat, sodass wir mittags blitzblank sauber nach Brunsbüttel weiterfahren können. Abends machen wir im alten Hafen Brunsbüttel fest mit dem Plan morgen früh in Glückstadt einzulaufen

Nachmittags soll ein Begrüßungsumtrunk mit unseren Freunden stattfinden.

Nun zu den Fragen: 1. Wie wars, 2. Hat es sich gelohnt, 3. Macht ihr zwei so etwas noch mal?

1.
Es war einfach ein tolles Erlebnis mal eine lange Zeit außerhalb der normalen Zivilisation auf einem Segelboot zu verbringen und die Ziele, in diesem Fall einmal die Ostsee zu umrunden und die anliegenden Länder Dänemark, Schweden, Finnland, die Alands und Estland kennenzulernen. Durch das Segeln immer in Küstennähe und vor allem durch die innersten Schären gab es immer neue und fast nur gute Erfahrungen. Wir wurden überall sehr nett empfangen. Die Skandinavier sind ein sehr freundliches Volk.
2.
Es hat sich gelohnt, aber nicht nur auf Grund des Erlebnisses, sondern auch, sich einen Plan auszudenken und ihn dann noch konsequent durchzusetzen.
Dazu gehörten natürlich sehr viele Vorbereitungen, mit dem Anfang, erstmal die Zustimmung der eigenen Familie zu erhalten. Viereinhalb Monate sind schon eine lange Zeit, in der man als Familienangehöriger halt nicht anwesend ist. Aber gerade dieser Punkt wurde von meiner Frau und meiner Tochter und genauso von Haralds Ehefrau positiv gesehen. Sie haben es uns gegönnt.
3.
Wir segeln beide sehr gern, Harald vielleicht noch ein bisschen mehr als ich. Wir wollen auch wieder zusammen fahren aber nicht noch mal für so eine lange Zeit.

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Auf nach Zuhause

Wir kommen dem Endziel „Zuhause“ immer näher
Am 21.08. wollen wir von Darö um 11:30 Uhr starten.

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Es ist nebelig, aber die Sonne versucht den Nebel zu durchdringen. Also gehts los. Nach zwei Meilen ist das bisschen Sonne ganz verschwunden, der Nebel wird immer dichter. Man hört nicht weit entfernt das Tuuten von Nebelhörnern. Kurz danach kommt uns eine Fähre entgegen. Unter diesen Bedingungen noch weitere fünfundzwanzig bis dreißig Meilen zu fahren ist einfach zu riskant. Wir biegen ab in den nächstgelegenen Hafen Karlssund. Eine sehr gute und beruhigende Entscheidung.

Am nächsten Morgen geht es um viertel vor neun los, es ist zwar noch diesig aber gut zu fahren. Mittags kommt Wind auf, zwar von vorn, aber bei vier Windstärken kann man auch mal gut kreuzen. Nach 35 Seemeilen laufen wir den Fischereihafen Ankarudden an und machen dort bei Nebel fest.

Der nächste Tag bringt mal wieder 50 sm, größtenteils unter Segeln. Wir fahren durch die Insellandschaft südlich von Stockholm. Der von Harald ausgesuchte Hafen liegt auf einer Insel mit dem Ort Sankt Anna. Die umliegende Landschaft mit kleinen Inseln ist einfach traumhaft.

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Die nächsten zwei Tage bringen zuwenig Wind zum Segeln, und wir fahren nur unter Motor bis zum nächsten Hafen Loftahammar und dann weiter nach Vastervik.
Dafür gibst darauf mal wieder einen auf die Mütze mit 6 bft genau von vorn und heftiger Welle, also rein in den nächsten Hafen Händlöp.
Aber nun am 27. geht es mal wieder richtig gut. Bei 4-5 bft aus Westen und sonnigem Wetter segeln wir auch durch die engsten Schären und kommen nach 57 Seemeilen auf der Insel Öland im Hafen Borgholm an. So macht es natürlich Spaß.

Das ist ein Sonnenaufgang

Von Öland fahren wir morgens um sechs Uhr los und kommen nach 46 sm in Christianopel an. Vier Meilen davor werden wir von einem Sturm bis 7 bft und Gewittern überrascht, sodaß wir glücklich sind den kleinen Hafen in unserer Nähe zu finden. Dort laufen wir auch unter Sturm ein und an der Pier stehen schon einige Segler um uns beim Festmachen zu helfen. Mittlerweile scheint auch wieder die Sonne, der Wind nimmt ab und wir schauen uns den Ort an. Der ist wohl, wie früher Glückstadt von dem dänischen König Christian dem Vierten erbaut worden.
Wir haben bei diesem Ritt übrigens die „Dreitausend Seemeilen“ überschritten nämlich genau 3026 sm
Morgens um neun sieht es draußen ganz beschaulich aus und wir wollen starten. Nach zweieinhalb Meilen kehren wir wieder um, die See hat sich in keinster Weise beruhigt und geplante 25 Meilen gegenan bolzen macht keinen Sinn. Ein kurz nach uns gestartetes Kielschiff kehrt auch nach einer dreiviertel Stunde aus dem gleichen Grund zurück.
Von Christianopel gehts dann weiter nach Karlskrona und dann über Hällevik und Skillinge zu einem kleinen Hafen kurz vor Ystad mit dem Namen Kaseberga. Dort gibt es einen historischen Steinkreis „Ales Stenar“, den wir natürlich besichtigen. Der nächste Tag ergab mal wieder wegen Sturmes, aber viel Sonne einen Hafentag. Aber auch mal erholsam.


Nun wollen wir aber Schweden verlassen und starten am 04.09. sehr früh morgens. Nach kurzer Motorfahrt ziehen wir die Genua und können bei raumem Wind gut Segeln. Leider regnet es ohne Ende. Nach dem Überschreiten der schwedischen Grenze wird der Wind stärker bleibt aber raum und es geht gut voran. Der Wind wird immer stärker und steigt auf sechs bis sieben bft, die Welle wächst aus meiner Sicht (Rudergänger) auf Hochhausgröße, das ist natürlich weit übertrieben aber trotzdem sehr beeindruckend. Wenn man sich auf dem Wellenkamm befindet ist der Druck auf das Ruder sehr hoch, die Welle versucht das Boot querzustellen, man hat ordendlich zu tun. Aber es geht alles wie immer gut und wir laufen nach 62 sm im Hafen Rödvik ein und machen dort fest. Wir sind in Dänemark angekommen.
Es geht natürlich weiter, wir liegen zwar mittlerweile unserem geplanten Termin am 25. 09. zuhause zu sein ziemlich weit vorraus, aber mittlerweile freuen wir uns auf unser Zuhause. Vier Monate ist eine schöne aber auch lange Zeit.
Von Rödvik fahren wir nach Kalvehave und weiter nach Lundeborg und Svendborg. Die letzte Etappe Dänemark ist von Svendborg bis nach Maasholm. Wir sind also wieder in Deutschland. Ein schönes Gefühl, alles wie zu Beginn. Man macht die ersten Einkäufe mal wieder in deutscher Sprache und bezahlt mit Euro. (War allerdings , außer der Sprache auch in Finnland). Mit der englischen Sprache kann man sich überhaupt in den skandinavischen Ländern sehr gut unterhalten und bezahlen geht überall bis auf ganz wenige Ausnahmen mit der Maestro-Karte.
Am 09.09 geht es von Maasholm nur gesegelt nach Kiel-Holtenau.
Den Rest bekommt ihr zum Schluss
LG
Norbert

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Von Helsinki Back Home

Der Hafen Espoo in Helsinki ist einfach toll. So viele nette Menschen, vor allem Lisa und ihr Mann, die dort einfach für alles zuständig sind. Harald und ich haben am nächsten Tag gleich die Großstadt besucht, sehr schöne alte Gebäude unter anderem natürlich Kirchen, den Stadthafen und was der Tourist sich so alles anschaut. Nun gut nachdem wir vieles gesehen haben geht es per Linienbus wieder zurück zum Hafen.

Lisa macht uns auf ein Restaurant 100 m von unserem Liegeplatz gelegen aufmerksam, es heißt Villa Pentry und bietet mittags Lunch für 10 Euro und 20 Cent an. Sie und ihr Mann essen dort auch mittags. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Das Essen ist sehr gut, immer warm und kalt mit Vorspeise z.B Lachssuppe oder Erbsensuppe, mit Gratins, mit Fleisch, mit Fisch, mit Gemüse und Salat, die Villa ist einfach traumhaft (kann man auch im Internet finden), es finden sich dort mittags immer eine Menge Kunden aus allen Schichten.
Harald hat am nächsten Tag, dem 2. August natürlich seine Frau Sabine vom Flughafen in Helsinki abgeholt, es gibt mal wieder eine herzliche Begrüßung. Am nächsten Tag besuchen Harald und Sabine Helsinki, ich mache an Bord einen Ruhetag (ich hab Hüfte).
Danach kommt Sankt Petersburg, aber das habt ihr ja schon gelesen.
Wir machen noch einen kleinen Zwischenausflug zu einer finnischen Schäre, ca 20 sm von Helsinki entfernt, fahren aber am nächsten Morgen wieder zurück zu unserem Hafen Espoo. Nachmittags kommen wir dort an und Lisa, wir hatten ihr gesagt, wir kommen am nächsten Tag zurück, hat uns tatsächlich unseren Liegeplatz mit einem Pappschild Lütt un Lütt reserviert. Sie freut sich auch als wir wieder zurück sind. Der Wetterbericht für die nächsten Tage ist für uns so ungünstig mit Sturm bis 8 Windstärken, daß wir entscheiden, wir bleiben einfach in unserem Hafen in Helsinki. Die Zeit muss genutzt werden und der Vorschlag mit der Fähre nochmals nach Tallin zu fahren freut besonders Sabine. Wir haben Lisa und ihrem Mann angekündigt, daß wir noch drei oder sogar vier Tage im Hafen liegen bleiben wollen und ihr erzählt, dass wir am nächsten Tag mit der Fähre nach Tallin wollen. Findet sie gut, fragt aber zugleich, wie wir denn zum Fähranleger kommen wollen. Nachdem ich ihr sage, wir fahren mit dem Buss, antwortet sie sofort: Nein, wir fahren euch mit unserem Auto und setzen euch am Terminal ab. Keine Widerrede. Nun gut, wir können natürlich schlecht ablehnen, sie hat uns anscheinend in ihr Herz aufgenommen. Am nächsten Tag bringen sie und ihr Mann uns nach Helsinki zum Fähranleger und bestehen darauf, uns abends wieder abzuholen. Als wir abends ankommen steht Lisas Mann schon im Terminal und holt uns dort ab, damit wir auch janicht ihr Auto, in dem Lisa wartet verpassen. Anschließend gibts noch eine kleine Stadtrundfahrt durch Ortsteile, die wir sonst garnicht gesehen hätten. Eine solche Menschenfreundlichkeit hab ich selten erlebt.


Am 9. August muss Sabine uns wieder verlassen und fliegt nach Hause.
Am 11.08. nach dem Mittagessen, natürlich in der Villa Pentry ist es dann soweit. Wir legen ab und verlassen den Hafen Espoo und es geht nun Richtung Heimat. Die Zwischenstopps sind nicht ganz spektakulär. Wir fahren an Hanko vorbei zu den Alands aber diesmal zu den südlichen, unter anderem zur Insel Föglö. Dort machen wir im Hafen Degerby fest.

Von dort geht es am nächsten Tag in einem Rutsch rüber nach Schweden. Bei schlechtem Wetter mit viel Regen aber raumem Wind 4-5 bft und dadurch natürlich auch raumer Welle kommen wir abends nach gesegelten 50 Meilen auf der Insel Furusund an und machen dort im Gästehafen fest. Wir haben jetzt nicht mehr die finnische Zeit +1h sondern unsere zuhause Zeit. Es wird jetzt abends schon relativ früh dunkel, wobei relativ 21:00 Uhr ist.
Das nächste Ziel ist eine kleine Insel Möja. Dort finden wir einen winzigen aber gemütlichen alten Fischerhafen. Heute nachmittag, wir haben den 20. August laufen wir einen Hafen auf der Insel oder man sagt immer noch Schäre Darö an. Bei der Zufahrt kommen wir am Dorf Darö vorbei, man kann es fast mit Blankenese vergleichen, nur die Häuser und sogar Hotels sind aus Holz gebaut. Unser Standort ist jetzt schon südlich von Stockholm, wir kommen unserem Endziel immer näher.
Zurückgelegt haben wir mittlerweile 2766 Seemeilen
Bis bald
LG
Norbert

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Ausflug nach St. Petersburg

Von Helsinki aus kann man mit einer Fähre einenTrip nach St. Petersburg machen, was wir natürlich genutzt haben.
St. Peterburg ist die viert größte Stadt Europas und hat 5 Mio. Einwohner


Wir hatten uns zunächst in einem sogenannten Hop on / Hop off Bus eine Überblick über die Sehenswürdigkeiten verschafft und mussten dabei ganz schnell feststellen, dass es unmöglich ist, diese auch nur ansatzweise an einem Tag zu besichtigen. Beschränkt man sich auf die Highlights innerhalb des Stadtkerns, kann man diese sehr gut zu Fuß erreichen, außerdem ist es wirklich ein Erlebnis, durch die Straßen von St. Petersburg zu laufen und die wunderschönen Gebäudefassaden zu sehen.


Zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten gehört die Eremitage, das größte und bedeutenste Kunstmuseum der Welt, sowie die Issakkathedrale, die größte Kirche von St. Petersburg mit den größten sakralen Kuppelbauten der Welt.
Die Auferstehungskirche oder auch Blutskirche genannt hat mich (Sabine) am meisten beeindruckt, sie zieht einen mit ihren bunten Zwiebeltürmchen und der altrussischen Architektur sofort in ihren Bann. Sie wurde von 1883 bis 1912 an der Stelle in St. Petersburg gebaut, an der Alexander II einem Attentat zum Opfer fiel


St. Petersburg wird auch das Venedig des Ostens genannt, darum ist eine Bootstour auf der Newa ein absolutes Muss, hier kann man viele Sehenwürdigkeiten der Stadt von der Wasserseite aus nochmal aus einer anderen Perspektive erleben und die Fahrt durch die kleinen Kanäle genießen.


Unbedingt lohnenswert ist mit Sicherheit auch der Peterspalast mit seinem Garten, dem Petershof, der als das Versailles des Ostens bezeichnet wird, er liegt aber etwa 30 km westlich von St. Petersburg.
Der Katharinenpark mit dem Katharinenpalast befindet sich ebenfalls außerhalb der Stadt (25 km südlich). Im Katharinenpalast, der einstig russischen Zarenresidenz, kann man u. a. das weltberühmte Bernsteinzimmer besichtigen.

Auch das ist St. Petersburg
Aber dafür werden wir St. Petersburg mit Sicherheit ein zweites mal besuchen.

 

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Von Vaasa nach Helsinki

In Vaasa haben wir ja wegen Sturmes am 17. 07. einen Hafentag eingelegt, können nachmittags den Ort mit Fahrrädern besuchen, kaufen Lebensmittel und sind dann nachmittags zurück an Bord . Im Hafen liegt neben uns ein weiterer Deutscher mit einer größeren Jacht, Tiefgang 2,80 m, die uns beneiden, daß wir mit unserem Boot, Tiefgang 1,0 m durch die inneren Schären mit Fahrwegen teilweise 1,50 m Tiefe, aber dafür eine sehr viel schönere Landschaft segeln können.

Am nächsten Morgen geht es dann endlich weiter bei strahlender Sonne und Westwind. Wir legen, nach einem entspannten Segeltag abends an der Insel Gäskallan in einem winzigen Hafen (Harald hatte mal wieder den Schönsten ausgesucht) an und machen dort fest. Außer uns liegen dort drei Segelboote und zwei Motorboote. Mehr passt auch nicht rein. Wir werden sofort ganz herzlich und freundlich begrüßt (die Finnen scheinen sich zu freuen, wenn auch mal Nichteinheimische ihr Revier erkunden) und man macht uns auf eine Sauna aufmerksam, 50 m vom Steg entfernt, eine alte Holzhütte, ca 200 Jahre alt und mit Holz befeuert. Die Finnen trennen Saunabesuche in weibliche, männliche und Familienbesuche. Man sagt uns Bescheid als sie dann frei ist und wir natürlich gleich rein. Sehr urig und tatsächlich uralt. Als Toilette gibts ein Plumsklo, aber sehr sauber und kein Mief. Die streuen nach dem Toilettengang einfach etwas Torfmulch auf das, was man dort hinterlässt und das hilft sehr gut. Das Gleiche haben wir danach in etlichen vergleichbaren Toiletten wiedergefunden.

Der nächste Tag ist mal endlich wieder ein Blistertag. Wind aus Nordwest 4-5 bft bei schönem Wetter sodaß wir nachmittags nach 42 sm einen kleinen aber leeren Hafen Kummelgrund anlaufen und dort festmachen. Ein kurz vor uns angekommener Segler hilft uns beim Anlegen. Er ist aus einer anderen Richtung gekommen und klagt über seiner Aussen border, vor allem aber über die dazugehörige Aufhängung. Man konnte sehen, er war wohl mal irgendwo gegen gefahren, die Aufhängung war total verbogen, der Motor hing schief. Keine gute Auslage. Harald hat ihm angeboten, bei der Reparatur zu helfen. Der Finne war ganz glücklich. Allerdings dauerte die ganze Aktion fast drei Stunden. Ausbauen, zerlegen, alles gerade biegen, zusammenbauen und wieder anbauen. Jedenfalls ist der Betroffene sehr zufrieden und kann seine Tour am nächsten Morgen fortsetzen.

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Ab Kummelgrund geht es dann am 20.07. bei NW 3-5 weiter bis nach Reesposaren, ein historischer Hafen und Ankerplatz aus den Zeiten der Großsegler und Hafen von Pori. Wenn man Bilder von früher sieht und jetzt den Hafen denkt man schon an die schönen alten Zeiten zurück. Auf der Fahrt dorthin haben wir ein besonderes Erlebnis. Wir sehen das erste Mal auf einer Insel oder sehr großen Schäre Kühe. Das haben wir bisher noch nicht mal auf dem Festland gesehen Unglaublich aber wahr!!!!!!!

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Nächster Stop ist nach wieder 42 sm ein kleiner Hafen Ristkari vor der Insel Pujo. Wind kommt günstig aus NW mit 3-4 bft, also Blisterwetter, der Himmel ist leicht bewölkt. Dieser Törn geht durch die inneren Schärengebiete und Harald sagt schon voraus, „Hier wirds eng“. Wunderschöne Landschaft mit so eng gelegenen kleinen oder größeren Schären, überall nette Häuser oder Hütten, viele bewohnt, von vielen wird gewunken, Fahrstrecken gut betonnt aber die engste Stelle ist geschätzt höchstens 10 m breit, das alles ohne Motor nur unter Blister. So hoch am Wind habe ich für ganz kurze Strecken noch nie einen Blister gefahren. Daneben natürlich immer wieder Finen mit ihren Motorbooten.

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Mit Blister geht es morgens weiter, allerdings Wind nur 2-3 bft. Auch mal schön. Abends laufen wir den Hafen Lootholm an.

Am nächsten Tag geht es mal ohne Wind unter Motor bis nach Turku, wieder durch Schären. Dort treffen wir wieder den Hamburger mit seiner Frau aus Vaasa. Kleiner Klönschnack bei einem netten Bierchen. Die wollen in zwei Wochen zuhause sein. Turku ist ein belebter Hafen mit vielen Freizeitangeboten. Ein Rockfestival in einem Trockendock mit lauten zubringer Booten. Dann fuhr eine grosse Badewanne an uns vorbei mit einen Ofen um das Wasser zu beheizen. In der Badewanne waren schöne Badenixen alle in knappen Bikini und Longdrinks in der Hand ,das war schon eine Augenweite.

So lebten sie vor 200 Jahren

Und so Heute

Von Turku geht es, da wir erst nachmittags starten zu einem 17 sm nahegelegenen Hafen Aristo Marina in der Nähe von Paraninen. Das Schären Gebiet hier ist schon einmalig.

Ihr merkt schon, im Moment passiert nichts besonders spektakuläres, sodaß die Berichte nicht so spannend sind, aber es wiederholt sich halt sehr vieles und die Ideen über nichts spektakuläres zu schreiben lassen im Moment etwas nach. Die Stimmung an Bord ist aber gut.

Das nächste Ziel ist Hanko, vormittags mit einigermaßen Wind, nachmittags mal wieder Motortag. In Hanko fassen wir den Beschluss vor dem Besuch von Helsinki einen Abstecher nach Tallin zu machen.

Von Hanko fahren wir Richtung Helsinki, machen auf dem halben Weg nach 36 sm an einen Anlegesteg an der Insel Bägaskaer fest. Dort scheint ein Ausbildungszentrum für Seenotrettungsdienst zu sein.

Dann gehts am nächsten Morgen auf Richtung Tallin. Nach einer Motorstunde frischt der Wind auf, geht sogar teilweise auf 5 bft, wir kommen sehr gut voran, leider ab Mittag mit Dauerregen. Wir passieren auf dem Weg zwei Fährstrecken. Die Fähren erze.ugen bei der Geschwindigkeit, die sie fahren eine sehr starke Welle, die uns meistens parallel begleitet. Unangenehm zufahren. Nachmittags machen wir im ehemaligen Olympiahafen fest, die Sonne kommt raus und wir haben 43 sm hinter uns. Am nächsten Tag wollen wir in Tallin bleiben und die Stadt besichtigen

Tallin ist einfach eine wunderschöne Stadt mit vielen alten Gassen, alten Häusern und noch älteren Kirchen, die wir natürlich fast alle besichtigt haben. Tallin ist eine Reise wert.

Von Tallin geht es dann weiter nach Helsinki. Wir steuern einen, uns von einem Finnen in Haparanda empfohlenen Hafen 5 sm vor Helsinki an. Dort sind die Preise für Hafengebühr nicht so hoch wie in Helsinki direkt. Und richtig, wir landen in einem große Yachthafen mit dem Namen Espoo, werden dort vom President persönlich begrüßt, bekommen einen hübschen Liegeplatz zugewiesen und zahlen dort pro Nacht sage und schreibe 10,- Euro all inclusive.

Hier werden wir 5 Nächte liegenbleiben, am 02.08.kommt Haralds Frau zu uns.

Aber darüber berichte ich beim nächsten Mal.

 

LG

Norbert

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Von Haparander Richtung Süden

Am 10. 07. geht es weiter. Morgens hängen wir unseren WSVK Vereinsstander im Bootshaus des Segelvereines Haparanda aus und tragen uns in die Besucherliste ein. Ist schon beeindruckend, wie viele Stander dort hängen. Nun ist auch Kollmar dort vertreten. Ein freundlicher finnischer Segler markiert uns auf unseren finnischen Seekarten etliche Häfen, die er uns zu unserem Törn empfiehlt. Bei super Wetter und 2-3 Windstärken aus NO fahren wir mittags Richtung Kemi, unser erster Hafen in Finnland. Nach 19 entspannten Seemeilen erreichen wir am späten Nachmittag den dort liegenden Gästehafen.


Das nächste Ziel ist die Insel Haioluto. Leider kaum Wind und der Aussenborder muss mal wieder arbeiten. Dafür ist das Wetter aber schön, die Sonne scheint und wir erreichen nach 43 sm einen kleinen Lotsenhafen „Marjaniemie“. Ein sehr zu empfehlender Hafen auf den Weg von oder nach Haparander.

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Um 10:00 Uhr morgens geht es weiter, und zwar mal unter idealen Segelbedingungen, NW 3-4, auf unserem Kurs Blisterwind. Leider kommen nach 30 sm dunkle Wolken auf, es beginnt zu regnen und wir können uns entscheiden in einen ganz nahe gelegenen Hafen zu flüchten oder zu unserem Zielhafen weiterzusegeln. Da die Wolken sich etwas auflösen fahren wir weiter und erreichen nach 56 sm den Hafen Kalajoki.

Abends in Finnland

Mittags legen wir in Kalajoki ab, die Sonne scheint und wir segeln hoch am Wind aus SW 3-4. Nach einer Stunde baut sich mal wieder eine Nebelwand auf, löst sich aber wieder auf und wir und wir kommen nach 13 sm in einem kleinen Fischerhafen Ohotakari an, machen dort fest. Wir sind das einzige Segelboot, sonst nur Motor- oder Fischerboote.

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Das nächste Ziel ist Jacobsstad. Bei Sonne und 3 Windstärken aus SW lässt es sich einfach toll segeln, vor allem wenn man kaum Welle hat. Wir fahren durch die inneren Schären und Insellandschaften, das Fahrwasser ist teilweise so eng, dass wir die Segel herunternehmen müssen, da dort das Kreuzen einfach unmöglich ist. Unterweg taucht plötzlich direkt neben der Fahrwasserstrecke eine kleine Tankstelle auf. Dahinter ein winziger Motorboothafen. Die Chance müssen wir natürlich nutzen, legen kurz an, tanken und fahren weiter. Auch die weitere Fahrwasserstrecke zwischen den kleinen Inseln ist oftmals sehr eng, Häuser und Hütten direkt am Ufer. Am frühen Abend machen wir im Gästehafen in Jacobsstad fest. Wir können mit Gästerädern in die Stadt fahren um ein paar Nahrungsmittel einzukaufen und einen alten Bootshafen zu besichtigen.


Ab Jacobsstad geht es mittags weiter und wir können unter idealen Windbedingungen segeln. Nach 32 sm machen wir auf einer Insel „Kummelskäret“ mal wieder in einem Fischerhafen fest. Dieser kleine Hafen liegt im Bereich der finnischen Schären, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Früher war er mal ein Nothafen für die Fischer. Es gibt dort einen Anlegesteg, an welchen höchstens acht Boote an Bojen festmachen können. Besonders beeindruckend ist, es gibt hier als sanitäre Anlage Plumsklos super sauber und super gepflegt, aber kein fließendes Wasser. Eine für alle Besucher freie Sauna, die mit Holzfeuer betrieben wird.


Nun gehts Richtung Vaasa, wieder durch die inneren Schären.Zu anfangs fahren wir die Genua und es lässt sich schön segeln. Leider müssen wir nach zwei Stunden den Grundkurs nach Südwest ändern und leider kommt der Wind aus genau der Richtung. Bei der schmalen Fahrrinne keine Chance zu kreuzen. Also motoren. Es kommt noch schlimmer, der Wind frischt auf 5-6 bft und es bildet sich eine kurze hackige Welle, gegen die man schwer ankommt. Aber auch da kamen wir durch und am späten Nachmittag können wir im Gästehafen von Vaasa festmachen. Hier missglückt mir das Anlegemanöver, der Wind drückt mich so stark auf den Fingersteg, daß das Boot auf den Steg zum stehen kommt, aber es ist gottseidank nichts passiert, außer für mich ein wenig peinlich.
Das wiederum Gute ist, wir haben auf der letzten Strecke die „Zweitausend Meilen“ geknackt. Juhu!!!!!!!!
Gesamte zurückgelegte Strecke: 2025 Seemeilen
LG
Norbert

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Auf nach Haparanda

Nachdem wir unsere Ehefrauen winkend verabschieden müssen, haben wir den Hafen Fliskär kurz nach zwei verlassen, Das Wetter ist sonnig, der Wind bläst mit 4-5 bft aus Südwest, sodaß wir nach fünf Stunden in einem kleinen Hafen Axmar anlegen.

Morgens geht es weiter immer Richtung Norden. Super Segelbedingungen teils mit Blister, teils Vollzeug, mit 4 – 5 bft aus Südost und wir können am Abend um 8 Uhr nach stolz zurückgelegten 59 sm im Hafen in Stocka festmachen.
Das Wetter bleibt uns günstig, allerdings dreht der Wind auf Nordost aber immerhin mit 3 bft. Nach 20 Seemeilen zurückgelegter Strecke überfällt uns mal wieder eine dicke, fette Nebelwand und wir legen vorsichthalber einen Zwischenstopp in einem kleinen, nahegelegenen Hafen“ Lörrund “ ein. Nach zwei Stunden löst sich der Nebel auf und es geht natürlich weiter bis nach Harnösand. Wieder 51 sm.

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Harnösand ist ein wenig spannend, da wir in dem Ort zwei Klappbrücken passieren müssen. Diese Brücken öffnen aber nur zweimal täglich, nämlich vormittags und abends. Die Zeiten soll man nach Aussagen anderer Segler, darunter auch ein Deutscher telefonisch bei der Stadtverwaltung absprechen. Ich rufe frohgemut um viertel vor Zehn dort an, eine nette Frau meldet sich, ich erkläre ihr in englischer Sprache unsere Anfrage nach der Brückenöffnung und sie antwortet mir: ja die Brücke öffnet um halb zehn. Leicht verdattert sage ich ihr, es ist aber viertel vor Zehn. Darauf hin antwortet sie ganz freundlich, dann eben heute abend um halb neun, oder morgen früh um halb zehn, lässt sich sogar meine Telefonnummer geben, für den Fall, das sie noch Fragen hat. Harald sagt zu mir, heute abend halb neun UIhr geht gar nicht. In dem Moment legt ein Finne mit seinem Motorboot ab und fährt Richtung erster Brücke. Die Höhe seines Motorbootes sieht nicht so aus,als daß er unter einer Brücke durchfahren kann. Harald und ich legen einen Superschnellstart beim Ablegen hin, weil wir uns an den Finnen dranhängen wollen. Und tatsächlich kommt uns ein Segelboot entgegen, wir sehen die Brücke geöffnet, geben Gas und fahren mit dem Finnen durch. Aber da ist ja noch die zweite Brücke, die höher ist und unter der der Motorbootfahrer ohne dass sie geöffnet werden muss durchfährt. Doch man muss auch mal Glück haben. Der Brückenwärter der ersten Brücke hat natürlich gesehen, dass wir mit einem Segelboot mit Mast nicht durch die zweite Brücke fahren können. Nach einer kurzen Wartezeit kommt er mit einem Fahrrad angefahren und öffnete für uns die Brücke. Wunderbar für uns, wir hätte sonst einen Tag verloren. Wir legen nochmals kurz in einem Segelhafen gleich hinter der Brücke an, dort ist in unmittelbarer Nähe ein Lidl, dort bunkern wir Lebensmittel und Getränke, fahren dann weiter, teils wieder mit schlechter Sicht und kommen abends im Gästehafen Böhnhamns nach 25sm an.
Jetzt mal ein kurzer Abschnitt zum Thema Schweden und unfreundliche Hafenmeister oder unfreundliche Segler, wie man von einigen anderen Ostseerund Seglern schon mal gehört hat. Man ist uns in bisher allen von uns besuchten Häfen oder Orten „sehr freundlich und hilfsbereit“ entgegengekommen. Die Verständigung ist super, jeder spricht englisch. Wir haben nur gute Erfahrungen sammeln können und das ändert sich ( um das vorauszunehmen nicht bis Haparanda ).


Von Bönhamns geht es morgens um viertel vor Sieben weiter mit anfangs kaum Wind aber endlich nach einer Stunde gehen die Segel hoch und ab geht die Sause. Zwischendurch müssen mal durch Kurswechsel auch die Segel gewechsel werden aber um 21:00 Uhr machen wir in Uema im Yachthafen Patholsviken fest und haben sage und schreibe 82 sm hinter uns gelegt. Und wir haben die 1500 geknackt, wir haben jetzt nämlich als zurückgelegte Gesamtstrecke 1565 sm . Wow.
Die nächsten beiden Tage müssen wir im Hafen liegenbleiben, der Grund ist sehr schlechtes Wetter, Regen und Sturm.
Am 04.07. geht es morgens weiter. Die See hat sich beruhigt, aber leider kein Wind also motoren. Da die Wind und Wettervorhersagen für die nächsten Tage nicht so gut sind legen wir ein motoren Tag ein und kommen nach fünfzehneinhalb Stunden und mal wieder zurückgelegten 82 sm im Yachthafen Korrviken an. Auch der nächste Tag wird mal wieder ein Hafentag, Wind mit 5-7 genau von vorn, also keine Chance.
Wir wollen aber am 06.07. weiter, trotz rauher See, viel Regen und viel Wind. Zwischendurch muss auch mal im Großsegel ein Reff eingebunden werden. Nachmittags besserte sich das Wetter, unser Ziel ist ein Hafen in Pitea. Dort soll man laut Internet deutsche Gasflaschen, wir haben zwei fünf Kilo Flaschen an Bord auffüllen lassen können. Die Station angeblich nicht weit vom Hafen. Wir laufen am späten nachmittag in Pitea ein, sehen schon den kleinen Hafen, komischer Weise liegen dort nur Motorboote und plötzlich sagt Harald ganz laut und überzeugt „Scheiße, das glaub ich nicht“. Da überspannt nämlich ein Stromkabel, Höhe 10 m die Zufahrt zum Hafen. Im kurzen Moment wutentbrannt, müssen wir wenden. Harald sagt, das steht nicht in dem Hafenguiden und in der elektronischen Seekarte ist es nur schlecht zu erkennen. Nun gut, es ist so wie es ist, wir müssen ein Stück zurück und laufen den nächsten kleinen Gästehafen Renöhamn an. Immerhin, 62 sm.
Der kommende Tag wird wieder ein Hafentag, Harald fährt tatsächlich den Weg bis Pitea, 12 km mit dem Fahrrad und einer leeren Gasflasche, kehrt aber glücklich mit einer vollen Flasche zurück. Der Ort Pitea ist wirklich einer der wenigen Schwedischen Orte, in dem man deutsche Gasflaschen füllen lassen kann. Die haben sogar einen entsprechenden Adapter. Die Adresse findet man im Internet, können wir nur empfehlen.
Immer weiter. Es geht Richtung Lulea. Dort wollen wir tanken und mal wieder Lebensmittel bunkern. Es lässt sich wunderbar segeln. Wir kommen mittags in Lulea an. Im Yachthafen kann man tanken und 200m entfernt ist ein Supermarkt nämlich Willyˋs. Dort kaufen wir alles was wir benötigen, der Grund ist, wir sind bald in Finnland und dort ist alles noch teurer.

Es geht noch weiter ca 8 sm nordwestlich liegt ein kleiner Hafen mit dem Namen Lövkarst, genau auf unserer Strecke nach Haparanda.

Heute ist der 09. Juli und wir wollen den letzten Abschnitt, das nördlichste Ziel eines Ostsee Seglers erreichen Der Wind ist die ersten Seemeilen sehr gut, sowohl Richtung als auch Stärke stimmt, aber nach der Hälfte der Strecke von ca 45 sm muss ab und zu unser Aussenborder die Segel leicht unterstützen.
Um zwanzig Uhr ist unser Ziel tatsächlich erreicht, und wir zwei sind auch tatsächlich ganz schön stolz.

Die bisher zurückgelegte Strecke beträgt mit Umwegen über die Arlands insgesamt 1788 Seemeilen.
Übrigens, von mir stammt nur der Text, Harald fügt die dazu passenden Bilder ein. Sowas nennt man Arbeitsteilung.
LG
Norbert

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Alands

 

Morgens hat sich der Nebel verzogen und es geht weiter, zu einem kleinen in der Nähe liegenden Hafen. Dort können wir unsere Benzinkanister auftanken. Kurz nach Weiterfahrt können wir die Segel hochziehen und fahren unter Vollzeug bei raumem, tollem Wind Richtung Arlands mit dem Ziel Mariehamn. Wir kommen um 20:30 Uhr, Ortszeit 21:30 an, finden einen schönen Hafen in der Nähe der Stadt und haben 51 sm zurückgelegt. Nachts kommt Sturm und Regen auf sodaß unser Boot ganz ordentlich ins Schaukeln kommt und gegen den Steg drückt. Aber die Fender können den Druck ganz gut abfangen. Am nächsten Morgen verholen wir das Boot auf die gegenüberliegende Seite des Steges, sodaß unser Boot durch den Wind vom Steg abgedrückt wird. Es regnet ohne Ende und wir beschliessen, noch einen weiteren Tag im Hafen liegenzubleiben. Abends gehen wir in eine nahgelegene Pizzeria. Die Preise für die Pizzen liegen fast gleich wie bei uns zuhause, dafür liegt der Preis für ein Bier über doppelt so hoch.


Von Mariehamn fahren wir am nächsten Tag mittags bei strahlender Sonne los, können endlich mal wieder unseren Blister (Segel) ziehen und fahren durch die Schärenlandschft der Arlands bis zu einem Hafen mit dem Namen Kastelholm. Ein wunderbarer kleiner Hafen mit tollen sanitären Anlagen, zu denen auch eine Sauna gehört, die natürlich gleich genutzt wird. Danach grillen wir und beobachten bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang. Um 23:00 Uhr ist es immer noch hell. Am nächsten vormittag besichtigen wir noch die einzige mittelalterliche Burg auf den Arlands und ein Musemunsdorf, beides direkt in der Nähe vom Hafen.


Am 20.06. legen wir mittags bei strahlender Sonne ab. Dieser Hafen bleibt in guter Erinnerung. Der Wind kommt aus Süden und bleibt beständig bei 3 – 4 bft, wir haben mal wieder einen herrlichen Segeltag. Nach 27 sm legen wir nachmittags in Harmsundet an.
Der nächste Tag beginnt für uns am späten Vormittag. Nach dem Frühstück legen wir kurz vor Mittag ab und segeln bei bedecktem Himmel mit 3 – 4 Windstärken halbem Wind bis nach „Hallö Fimö“, dort soll es einen Anlegesteg geben, in der Nähe ein Cafe, unsere Frauen haben Sehnsucht nach einem Cappuchino. Aber leider mal wieder Fehlanzeige, die Saison ist noch!!!! nicht eröffnet. Also bleiben wir an Bord und trinken dort einen Kaffee. Abends haben wir bis Mitternacht zusammengesessen und uns über alte Zeiten und dies und das unterhalten. Es wird nachts nicht mehr dunkel.
Dienstags den 22. 06. haben wir mal wieder ausgeschlafen und sind mittags bei leichtem Wind aus Nord mal motort, auch mal gesegelt. Aber immerhin zeigt sich strahlende Sonne und Super Temperaturen bei ca. 20 – 25 Grad, sodass man sogar mal endlich kurze Hose tragen kann. Ich hab leider keine kurze Hose mit, aber ein bisschen Phanatasie. Also lange Hose her, Schere her, schnipp schnapp und eine Bermuda Short ist fertig. Wir kommen im nächsten Hafen Käringsund am späten Nachmittag an. Sehr schöner kleiner Hafen, in dem schon drei weitere deutsche Segler liegen, gehen abends in einem Fischrestaurant essen, lecker Rotbarschfilet mit frischen Kartoffeln und Salat und geniessen den Rest des Abends an Bord.
Morgens geht es bei zuanfangs wenig Wind los aber nach einer Stunde motoren können wir die Segel setzen und fahren Richtung Öregrund. Mittags bildet sich plötzlich ohne erkennbare Gründe eine dicke fette Nebelwand, die uns völlig umhüllt. Wir fahren nur noch nach dem Kartenplotter. Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei und die Sicht wird wieder gut. Wir kommen um halb sechs in Öregrund an. Ein netter, quirliger Hafen, mit vielen Restaurants und kleinen Geschäften, die Hafenmeisterin weist und einen bestimmten Liegeplatz an, weil, wie sie sagt: „Morgen wird es hier brechend voll“. Morgen ist nämlich einer der größten Feiertage der Skandinavier, der Mittsommernachtstag. Feiern bis zum geht nicht mehr.
Aber es geht am nächsten Morgen weiter. Anfangs mit leichtem Nieselregen,aber bald lacht die Sonne und wir können segeln. Zielrichtung ist ein kleiner Hafen „Skihjölma“ . Nach der Seekarte gibt es eine Abkürzung durch eine enge und auch flache Fahrrinne durch zwei Schären, Tiefgang max. 1,50 m. Das ist mal wieder Schärenerlebnis pur. Mit langsamer Fahrt unter Motor sind wir da durchgeschlichen. Rechts und links direkt neben den Fahrrinnentonnen große Steine, mal einige Zentimeter unterhalb, mal einige Zentimer oberhalb des Wasserspiegels. Breite der Fahrrinne ca. 8m. Breite unseres Bootes 4,10m. In der Hochsaison müssten dort eigentlich Ampelanlagen aufgebaut werden. Aber alles läuft gut dank einem guten Navigator nämlich Harald.

SSC_0875

Danach geht es weiter noch ca. 10 sm bis zum Ziel. Dort angekommen mal wieder ein ganz kleiner aber supergeschützter alter Fischerhafen mit hübschen typischen Holzhäusern fast alle in der Farbe Ochsenblut mit weißen Absätzen. Alle Häuser sind von einheimischen Familien mit vielen fröhlichen Kindern bewohnt, es fahren kleine Motorboote mit Erwachsenen und Kindern durch den Hafen, auf einem Motorboot mit sechs Erwachsenen drauf wird sogar getanzt. Es ist halt Mittsommernachtstag. Aber in diesem Fall eben keine Großveranstaltung sondern in enger Runde. Da das Wetter so schön ist beschließen wir auch den nächsten Tag hier zu bleiben. Abends grillen wir, die Schweden machen überall kleine Lagerfeuer. Am nächsten Tag schlafen wir aus, nach dem Frühstück soll eine kleine Wanderung bis zum nächsten Ort ( für mich schreckliche 10 km hin und 10 wieder zurück, ich bin nämlich kein Wanderer, ich musste schon in Stockholm genug leiden ) stattfinden. Ich bin trotzdem bereit mitzulaufen, breche aber nach drei Kilometern ab, meine liebe Kirsten erklärt sich solidarisch, obwohl sie eigentlich sehr gerne läuft und Harald und Sabine kommen nach vier Stunden leicht erschöpft aber glücklich zurück.

Die Sonne scheint und lädt uns ein, in der Ostsee zu schwimmen. Ein herrliche Abkühlung.
Morgens fahren wir am späten Vormittag weiter, können bei 4 Windstärken bei halbem Wind gut segeln, haben aber leider mal wieder eine ordentliche Welle, sodass Sabine gegen ihre Seekrankheit kämpfen muss. Aber auch das übersteht sie ohne Probleme. Als wir in die Nähe der Küste kommen verliert die Welle ihre Kraft und das Boot verhält sich dementsprechend ruhiger. Wir machen nachmittags in dem Hafen Fliskär in Gaevle fest. Dort wollen uns unsere beiden Frauen am nächsten Tag leider verlassen und die Heimreise entreten. Schade, schade!!!!!!!!!!!!. Wir wollen abends noch in die Stadt laufen und dort in einem Restaurant den Abschied feiern. Nach der halben Streck zum Ort Gaevle (ca. 3,5 km ) beginnt es zu regnen und hört auch nicht wieder auf. Wir steuern ein Chinarestaurant an und sind glücklich im Trocknen zu sitzen und genießen das Abendessen. Leider regnet es auch noch danach weiter und bevor wir nochmals nass werden ,wollen wir kurzerhand ein Taxi nehmen. Der Taxifahrer ist ein südeuropäischer Schwede, dem wir unser Ziel, nämlich unserern Hafen Fliskär in englischer Sprache mitteilen. Er nickt und wir fahren los. Nach 10 min sagt Harald: wir fahren in eine falsche Richtung. Ich frage ihn in Englisch, ob er das Ziel verstanden habe, daraufhin nimmt er sein Smartphone, ruft irgendeine Zentrale an und unterhält sich in südeuropäischer Sprache. Danach fährt er rechts ran, wendet und kehrt zurück. Nach einer halben Stunde kommen wir zwar trocken an aber wir fühlen uns leicht verarscht (tschuldigung). Die Fahrt für 3,5 km kostet uns 49,- Euro. An Bord gibst noch einen Absacker, danach ist Ruhe.
Tja und nun der Abschied. Die Mädels packen morgens ihre Koffer, sie wollen mittags mit einem Linienbus nach Gaevle ( hätten wir man gestern auch nehmen sollen) und von dort mit den Zug zum Flughafen Arlands Stockholm . Harald und ich bringen unsere Frauen mit den Koffern zur Bushaltestelle und ich dann „heul heul“, aber wir sehen uns ja in drei Monaten wieder.
LG
Norbert

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Stockholm ade

 

 

Der Tag fing mal wieder toll an, Sonne, und keine Wolken am Himmel, bis zu der Außnahme, daß wir megafrüh aufstehen mussten, nämlich um fünf Uhr. Naja, da wir unsere Ehefrauen vom Flugplatz Arlanda ( ca. 40 km nödlich von Stockholm ) abholen wollten, der Flieger kam kurz nach acht Uhr, und wir wenigstens noch vorher duschen wollten, war unsere Zeit ca. fünf Uhr angesagt. Wir hatten vorher abends kurz kalkuliert, vom Hafen zum Central Bahnhof ne halbe Stunde, dann mit Zug und Bus bis zum Flughafen eine Stunde mussten wir spätestens um halb sieben starten. Unterwegs sag ich zu Harald, sehr witzig, die Mädels brauchen von Hamburg nach Stockholm mit dem Flieger anderthalb Stunden, wir brauchen die gleiche Zeit für diese kurze Strecke. Aber, es ist so wie es ist. Zehn nach Acht haben wir Kirsten und Sabine glücklich empfangen und sind mit Zug und Bahn wieder zurück zum Hafen, unterwegs noch frische Brötchen gekauft und dann an Bord draußen auf dem Deck gefrühstückt.
Der Tagesplan war, ab mittags die Stadt zu erkunden. dazu gehörte viel Strecke per Pedes, Bahn, Bus und Fähre. Unter anderem natürlich auch der Besuch der Altstadt Gamleplan. Ein sehr schöner Stadtteil, allerdings sehr geprägt vom Tourismus. Zu dem Stadtteil gehören natürlich das Königshaus, das Parlament, und viele andere Kulturstätten. Immer dazu herrlichstes Wetter. Abends sind wir in einem Restaurant in der Nähe des Hafens essen gegangen. Die Preise waren außer für alkoholische Getränke (Bier) sehr angemessen. An Bord noch eine fröhliche Runde, da es Nachts nicht mehr so recht dunkel wurde mit einem schönen Blick auf die Skyline von Stockholm Innenstadt.
Am nächsten Morgen, 14.06. haben wir morgens ausgeschlafen, danach ging die Stadtbesichtigung weiter, unter anderm Shopping Meile für Sabine und Kirsten. Auch das müssen Männer mal ertragen. Abends haben wir in unserem Liegehafen gegrillt, konnten noch lange in der Sonne sitzen, sozusagen den Tag ausklingen lassen.


15.06. Es geht weiter. Halb elf haben wir den schönen kleinen Gästehafen in Stockholm nach immerhin sechs Tagen verlassen. Es hat sich gelohnt. Das Ziel war ein Hafen in den Schären nördlich von Sockholm. Bei guten Wind mit 3 – 4 bft aus Osten konnten wir eine von der Optik her sehr schöne Strecke absegeln und kamen nachmittags um 17:00 Uhr in einem kleinen Privathafen Nykvaren an. Abends gab es mal wieder ein oppulentes Mal, gekocht natürlich, wie immer vom Skipper.
Nykvaren verlassen wir morgens um 10:30 Uhr. Der Wind bläst zwar mit 3-4 bft aber leider genau von vorn. Also wieder motoren. Um elf Uhr beginnt es außerdem an heftig zu regnen. Aber wozu hat man Regenbekleidung. Für den Steuermann zwar nicht so prickelnd, wenn er ununterbrochen dem Regen ausgesetzt ist, aber Job ist halt Job. Nachmittags bekommen wir zusätzlich Nebel und die Sicht wird immer schlechter, sodaß der Skipper um 16:30 Uhr entscheidet, wir brechen die Tour ab, in der Nähe befindet sich ein kleiner Ort mit dem Namen Blidö, dort finden wir ein Anlegesteg, zwar privat, aber wir machen trotzdem um 16:50 Uhr fest. Eine gute Entscheidung da die Sicht immer schlechter wird und wir nach kurzer Weiterfahrt die Hauptfahrstrecke der Fähren von Stockholm zu den Arlands hätten queren müssen. Man konnte das Tuten der Nebelhörner von unserem Anlegesteg sehr gut hören.

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Stockholm

Ab Mem ging die Ostseetour durch Schären weiter. Ab Mittags legte der Wind ordentlich zu aber leider genau von vorn. Es gibt ja für einen Steuermann nun kaum etwas spannenderes, als das Kreuzen mit einem Segelboot durch die Schären, immer hoch am Wind , und das mit bis zu 6 Windstärken und auch mal 8 ktn auf der Logge, wenn man einen guten Navigator, also meinen Harald hat. Man bekommt genaue Komandos: jetzt wenden und Kurs auf 123 Grad. Herrlich!!!!!!! So haben wir alle, ich besonders glücklich unser Zielhafen Arhösund um viertel nach fünf erreicht. Toll!!!!
Am 05.06.ging es dann von Arhösund mit 3-5 Windstärken nach Nyköping. Wie bisher immer sehr schönes Wetter und wieder toll zu segeln. Ankunft in Nyköping um 17:30 Uhr. Statt zu kochen hatte der Skipper vorgeschlagen: lasst und mal ne Pizza essen gehen. Supertolle Idee. Die Pizzeria bot uns ganz leckere Pizzen an, die Preise waren überraschenderweise kaum höher als bei uns in Deutschland. Toller Eindruck und kann man gern mal wiederholen.
Morgens als wir von Nyköping ablegten fand dort im Hafen eine Ruderregatta statt. Wir fuhren bei zuanfangs wenig Wind weiter durch die Schären Richtung Stockholm. Ziel war Södertalje.

Nachdem der Wind kurze Zeit nach dem Ablegen auffrischte zogen wir die Segel hoch und es ging unter teils raumem Wind, halbem Wind oder auch hoch am Wind durch soviele Schären von kleinstem Ausmass, was bedeutet, Fels guckt man kurz aus dem Wasser, bis zu größerem Ausmaß, mit einigen kleineren oder auch größeren Häusern bebaut, fast alles in einem typischen wunderschönen schwedischem Stil, also teils bizzar, teils nur schön. Nebenbei machte auch das Segeln viel Spass, es gab mal wieder etliche sehr enge Passagen, bei denen uns sogar genau bei einer solchen zwei Segelyachten begegneten. Aber auch das klappte wunderbar. Das einzige negative heute war, das die Lufttemperatur auf 15 Grad gesunken war. Als wir um 20:00 Uhr in Södertalje ankamen hatte ich neuneinhalb Stunden am Ruder gestanden. Das reichte dann auch mal. „Dafür haben wir heute die 1000 Meilen geknackt. Mal wieder Juhu!!! Gesamt zurückgelegte Strecke: 1025 sm
Am 07.06. ging es dann von Södertalje erst um 13:30 Uhr weiter. Bei bestem Wetter und Wind segeln wir, bis kurz vor dem Zielhafen Rastaholm ein Gewitter aufzog, sodass wir mit viel Glück vor Einsetzen des Regens festmachen konnten. Ein sehr hübscher kleiner, gutgeschützter Hafen. Nachdem das Gewitter vorbeigezogen war machte Arne einen kleinen Rundgang, kam wieder zurück und meinte: wir müssen nochmals verholen, auf der anderen Seite der kleinen Insel sei es noch viel schöner. Also Boot losgemacht, nach ca. 1sm ging ein kleiner Stich in die Insel, dort lagen wir und hatten das Gefühl: wir sind in Haseldorf an der Elbe, sehr schön.


Am nächsten Morgen ging es dann weiter Richtung Stockholm. Um 10:30 Uhr hörte es auf zu regnen sodass wir wieder segeln konnten. In Stockholm nachmittags angekommen machten wir in einem hübschen Gästehafen fest. Harald war das aber noch zu früh, sodaß wir wieder losmachten und ein Stück zurückfuhren. Wir fanden nach drei Stunden einen Privathafen, in dem wir dann festmachten und auch blieben. Wir kamen allerdings nicht an Land, da der Steg mit einem Tor und Stacheldraht versperrt war. Egal, trotzdem ganz nett.
Am 09.06. legen wir morgens ab und fahren wieder nach Stockholm und zwar zum gleichen Gästehafen, in dem wir gestern schon mal waren. Harald, Arne und Timo spazieren zum Hauptbahnhof besorgen dort Bus und Bahn Tickets. Ich hebe in der Zeit den Hafen für die nächsten 5 Nächte gebucht, Harald und ich bleiben ja noch hier, bis am 13. 06 unsere Ehefrauen Kirsten und Sabine zu uns kommen und zwei Wochen mit uns weiterfahren. Wir freuen uns schon.
Am nächsten Vormittag des 10.06. gehen Arne und Timo nochmals in die Innenstadt, Harald und ich besuchen eine Kirche, fahren dann mit Buss und Bahn in die Innenstadt, der Hit ist ja wohl Gamelplan, aber den sparen wir uns, bis unsere Frauen bei uns sind (Shoppen). Nachmittags begleiten wir Arne und Timo zum Flugplatz Arlands mit der Bahn, fahren danach wieder zurück in die Stadt, gehen in einem Asia Restaurant essen und dann zurück zum Boot. Die Lage unseres Hafens ist einfach toll mit Super Anblick auf das Stadtzentrum.
11.06. Stadtrundfahrt mit Bus und Strassenbahn mit Besuch des Vasa Museums des Nordisca Museums, in Nähe ist auch das ABBA Museum, danach fahren wir mit einer Fähre an dem königlichen Palast und der königlichen Yacht zurück Richtung Innenstadt, danach mit Bahn zum Friedhelmsplan, das liegt in der Nähe zu unserem Liegeplatz und zurück zum Boot. Feierabend.


Heute nochmals Stadtrundfahrt bis allen möglichen Bussen und Bahnen, Harald hatte immer einen Fahrplan bei sich, wir haben somit die Stadt erkundet.
Morgen früh holen wir unsere beiden Ehefrauen am Flughafen Arlands ab. Juhu!!!!!!!
Bis zum nächsten Mal
LG Norbert

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